Slumdog bester Film, Kate gewinnt gleich zweimal
Chris Haston/NBCU Photo Bank
Slumdog Millionär hat bei den Golden Globes gut zugeschlagen - und somit einen großen Schritt in Richtung Oscars gemacht. Der Film erhielt bei den 66. jährlichen Golden Globe Awards insgesamt vier Auszeichnungen, inklusive "Bestes Filmdrama" und "Bester Regisseur" für Danny Boyle.
Andere, die im Rampenlicht glänzen durften, waren Kate Winslet, Mickey Rourke, Heath Ledger, Tina Fey und John Adams.
Winslet räumte in gleich zwei Kategorien ab, als beste Haupt– und Nebendarstellerin. Die beiden Rollen könnten nicht unterschiedlicher sein. Der Award für die Hauptrolle war für ihre Darstellung einer desillusionierten Hausfrau in dem 50er-Jahre-Drama Zeiten des Aufruhrs, die Auszeichnung für beste Nebendarstellerin erhielt sie für den Streifen Der Vorleser, in dem sie eine von Schuldgefühlen heimgesuchte, ehemalige Wächterin eines Konzentrationslagers spielt, die eine Affäre mit einem jüngeren Mann hat.
"Es tut mir so leid, Anne, Meryl, Kristin - oh Gott, wer ist gleich noch die andere?! Angelina! Das ist... ok, bitte vergib mir... Ist das wirklich wahr?", stotterte die überwältigte Schauspielerin, als sie den zweiten Preis für Zeiten des Aufruhrs entgegennahm.
Rourke, dessen Comeback nun noch größeres Gewicht hat, gewann in der Kategorie "Bester Hauptdarsteller in einem Filmdrama" für The Wrestler. Seine Rede, die ganz seiner Persönlichkeit entsprach, beinhaltete unzählige Danksagungen und war, wie auch die von Winslet, amüsant, unterhaltsam und von Herzen kommend.
"Vor etlichen Jahren, als ich mehr oder weniger fast komplett aus dem Geschäft draußen war, kontaktierte mich ein junger Mann, der seine eigene Karriere aufs Spiel setzte, indem er mich als Klienten wollte", sagte Rourke. "Ich will mich bei David Unger dafür bedanken. Ich möchte auch seinem Boss bei ICM danken, weil er ihn nicht wieder zurück in die Posteingangsabteilung steckte."
Regisseur Darren Aronofsky "brachte meine besten Qualitäten zum Vorschein", fuhr Rourke fort. "Er mag es nicht, wenn ich ihn als taff bezeichne, aber er ist ein harter Bursche." (Aronofsky reagierte darauf, indem er ihm den Stinkefinger zeigte.) "Wenn man nicht in Hochform ist, wäscht er einem den Kopf. Ich halte ihn für intelligenter als die meisten von uns - Steven mal ausgeschlossen", fügte er hinzu, und damit meinte der den Empfänger des Cecil B. DeMille-Awards Steven Spielberg.
Stephen Vaughan/Warner Bros. Entertainment
Heath Ledger bekam einen weiteren Award. Der Australier, der vor fast genau einem Jahr starb, bekam den Preis als "Bester Nebendarsteller" für seine Darstellung als der Joker in The Dark Knight. Somit stehen seine Oscar-Chancen wohl auch sehr gut.
"Alle, die mit Heath an The Dark Knight gearbeitet haben, akzeptieren diesen Preis mit einer Mischung aus Traurigkeit und unglaublichem Stolz", sagte Regisseur Christopher Nolan, dessen Rede ein Videoclip mit einer Szene aus dem Film folgte. "Die, die das Glück hatten, mit ihm zu arbeiten und die, die die Gelegenheit hatten, seine Darstellung zu genießen, werden ihn vermissen, aber er wird niemals vergessen sein."
Während Nolan eine der warmherzigsten Reden des Abends hielt, war es Tracy Morgan, der jedem die Show stahl, als er den Preis in der Kategorie "Beste Fernsehserie im Bereich Komödie oder Musical" für 30 Rock entgegennahm.
"Tina Fey und ich haben eine Vereinbarung", begann er die Rede. "Wir hatten vereinbart, dass, sollte Barack Obama gewinnen, ich der neue Sprecher für die Serie sein würde. Willkommen zum neuen, nicht-rassistischen Amerika - ich bin das Gesicht des neuen Amerikas, damit musst du dich abfinden, Cate Blanchett!"
AP Photo/Mark J. Terrill
Zeigt das nicht ganz klar und deutlich, wieso 30 Rock es verdiente, zu gewinnen?
Alec Baldwin erhielt zum zweiten Mal einen Golden Globe für seine Figur Jack Donaghy - und spielte auf sein Alter an, als er sich daran erinnerte, wie er Rumer Willis (die diesjährige Miss Golden Globe) Saft zu Filmsets brachte. Auch Feys erfolgreiches Jahr setzt sich fort. Sie gewann zum zweiten Mal hintereinander für ihre Figur Liz Lemon.
"Ich mochte die Hollywood Foreign Press schon immer. Ich habe alle Actionfiguren der Hollywood Foreign Press", begann Fey, deren Zuschauer-Quoten vergangenes Jahr wuchsen, was teilweise auch auf ihre Parodie von Sarah Palin, der republikanischen Vizepräsidentschaftskandidatin, zurückzuführen ist. "Ich will Ihnen auch sagen, dass ich weiß, dass ich in diesem vergangenen Jahr sehr viel Glück hatte... und wenn man zu stolz auf sich ist, bleibt immer noch das Internet.
Dort findet man jede Menge Leute, die einen nicht mögen", fügte sie hinzu und hatte für diese Menschen nur zwei Worte übrig: "Ihr könnt mich mal".
Anna Paquin gewann in der Kategorie "Beste Schauspielerin in einer dramatischen Fernsehserie", für die HBO-Vampirserie True Blood.
Generell schnitten Schauspieler aus Europa gut ab, denn Kate Winslet war nicht die einzige, die abräumte. Sally Hawkins gewann für ihre Darstellung einer unermüdlich fröhlichen Lehrerin in Happy-Go-Lucky. Colin Farrell erhielt eine Auszeichnung als bester Darsteller in einer Komödie für seine Rolle in Brügge sehen... und sterben? Der nicht anwesende Ire Gabriel Byrne gewann den Award in der Kategorie "Bester Darsteller in einer dramatischen Serie" für seine Rolle in der HBO-Serie In Treatment.
"Danke, Martin McDonagh, dass du nicht auf mich hörtest, als ich dich bat, jemand anderen zu besetzen. Ich hab mich noch nie so darüber gefreut, ignoriert zu werden", sagte Farrell, der sich mit diesem Gewinn von seinen Flops Miami Vice und Alexander erholt haben dürfte. "Dieser Award gehört wenigstens zur Hälfte dir", teilte er seinem Co-Star aus Brügge sehen... und sterben? Brendan Gleeson mit. "Ich werde ihn in zwei Hälften sägen."
Europäischen Filmen wurde auf der anderen Seite kein Glück beschert. Als bester fremdsprachiger Film setzte sich der israelische Animationsstreifen Waltz With Bashier gegen den deutschen Film Baader-Meinhof-Komplex und gegen So viele Jahre liebe ich dich (Frankreich), Gomorrha (Italien) und Die ewigen Augenblicke der Maria Larsson (Schweden) durch.
Der sexy Film Vicky Christina Barcelona - wohl kein Oscar-Anwärter, aber sicherlich ein sehr guter Film von Woody Allen - war der Favorit der Hollywood Foreign Press in der Kategorie "Beste Komödie oder Musical".
Jeremy Piven gewann dieses Jahr nicht, da der Preis in der Kategorie "Bester Nebendarsteller in einer Mini-Serie oder einem Fernsehfilm" an Tom Wilkinson für seine Darbietung in John Adams ging.
Steve Granitz/Getty Images, AP Photo/Mark J. Terrill
Die siebenteilige HBO-Serie, die das Leben und Wirken des zweiten Präsidenten der USA darstellt und die im September bereits 13 Emmys gewonnen hatte, durfte auch bei den Globes den Hautpreis in der Kategorie "Beste Mini-Serie oder Fernsehfilm" abstauben. Auch Paul Giamatti und Laura Linney triumphierten erneut und trugen nach einem Emmy auch einen Golden Globe für beste Darstellerin und bester Darsteller nach Hause.
"Das war ein Wahnsinns-Job", sagte Giamatti. "Dieses kleine Kostüm-Drama, das wir auf die Beine stellten... tausend Leute griffen mir unter die Arme - in jedem einzelnen Augenblick."
Während John Adams wie auch Slumdog Millionaire insgesamt viermal ausgezeichnet wurden, gingen die anderen drei nominierten in der Katgorie "Bestes Filmdrama", Der seltsame Fall des Benjamin Button, Frost/Nixon und Glaubensfrage, komplett leer aus. Hey, wenigstens gingen die Drinks aufs Haus.

0 Comments
Now loading...