Nick Hogan muss ins Gefängnis

Nick Hogan Jean Baptiste Lacroix/WireImage.com

Etwas verängstig, doch offenbar bereit sein Schicksal anzunehmen, bekannte sich der Sohn der Wrestling-Legende Hulk Hogan heute des rücksichtslosen Fahrens mit Körperverletzung schuldig.

Das Schuldbekenntnis, das in einem Gerichtshof in Pinellas County, Florida vorgebracht wurde, bezieht sich auf  einen Autounfall im August, bei dem der Beifahrer John Graziano schwer verletzt wurde.

“Jeden Tag denke ich an den Unfall… und bete für John so oft ich kann”, sagte Hogan, dessen bürgerlicher Name Nick Bollea ist. „Es wird keinen Tag in meinem Leben mehr geben, an dem ich das jemals vergesse. Ich habe mich auch bei den Grazianos dafür entschuldigt… Das alles tut mir wirklich schrecklich leid.“

 

 

Hulk Hogan, Nick Bollea Doug Murray/WireImage.com

Doch Richter Philip Federico zeigte keine Gnade und verurteilte den 17-Jährigen zu 18 Monaten Gefängnis, einer fünfjährigen Bewährungsstrafe und 500 Stunden gemeinnütziger Arbeit, weil er am 26. August unter dem Einfluss von Alkohol an einem Straßenrennen teilnahm und den Unfall verursachte.

Zudem erteilte Federico ihm für die Bewährungszeit ein Alkoholverbot, ließ Hogans Führerschein für die nächsten drei Jahre entziehen, und ordnete an, dass der Hogan Knows Best-Star noch innerhalb des ersten Jahres eine Schulung für Alkohol am Steuer belegen muss.

Hogan wurde in Polizeigewahrsam genommen und wird seine Haftstrafe gleichzeitig mit seiner Bewährungsstrafe umgehend antreten.

Graziano, ein 22-jähriger Marinesoldat, der damals gerade seinen Dienst in Irak beendet hatte, liegt noch immer im Koma. Da Graziano keinen Sicherheitsgurt trug, hat er vermutlich einen Hirnschaden erlitten, verursacht durch ein Schädeltrauma.

Seine Familie hatte sich im Gerichtssaal eingefunden, um sicherzustellen, dass der Richter ein hartes Strafmaß gegen den Hogan-Sprössling ausspricht.

Federico sprach die Strafe ungeachtet der Tatsache, dass Hogan in einem Brief, der von dem Richter zitiert wurde, angab, dass er die Folgen seiner Tat begriffen habe und bereit sei, das Strafmaß des Richters entgegenzunehmen, gleichgültig wie hart dieses ausfallen würde.

“Ich glaube er hat daraus gelernt und versteht, dass sein Fahrstil und seine früheren Verkehrsdelikte in Zukunft nicht mehr toleriert werden“, sagte Federico. „Ich glaube er versteht, was passiert ist und akzeptiert die Konsequenzen.“

Zu Beginn der Anhörung ersuchte der stellvertretende Staatsanwalt Scott Rosenwasser auf Drängen der Familie Hogan den Richter darum, eine fünfjährige Bewährungsstrafe geltend zu machen, die dann den Entzug seines Führerscheins für denselben Zeitraum zur Folge gehabt hätte.

“Alle Zeugen, die ich befragt habe, waren sich einig, dass der Fahrstil des Angeklagten waghalsig gewesen war“, sagte Rosenwasser. „Die Geschwindigkeit mit der er an diesen nassen Tagen auf den nassen Strassen fuhr war völlig inakzeptabel.“

Der Staatsanwalt berief sich auf eine Vielzahl von Strafzetteln für Verstöße gegen das Tempolimit, die Hogan in den beiden Jahren vor dem Unfall erhielt. Seine  Geschwindigkeiten lagen dabei zum Teil 50-60 km/h über dem erlaubten Limit.

“Ich möchte, dass der Angeklagte sich im Klaren ist, dass es sich nicht um einen Unfall handelte. Bei einem Unfall wäre höhere Gewalt im Spiel gewesen. Doch aufgrund seiner vergangenen Verkehrsdelikte und seiner Fahrweise am 27. August, kann man nicht unbedingt von einem Unfall sprechen“, sagte Rosenwasser. „Er hat sich an dem Tag bewusst für eine bestimmte Fahrweise entschieden.“

Nachdem Hogan mit versteinertem Gesicht im Gerichtssaal Aufnahmen des zertrümmerten gelben Supras, aus dem John Graziano herausgezogen wurde, anschaute, äußerte sich dessen Vater Ed Graziano vor Gericht.

“John hat als Mensch all meine Hoffnungen und Träume erfüllt. Er war gesund, stark und ein Held. Ein Marine und ein Held für sein Land”, sagte der ältere Graziano, bevor er alle Verdienstmedaillen seines Sohnes aufzählte.

„Am 26. August 2007 hat sich aufgrund Nick Bolleas unvernünftiger Verhaltensweise jedoch alles verändert. Er hat damit nicht nur Johns Leben zerstört, sondern auch das der Menschen, die John liebte. Was al-Qaida meinem Sohn nicht antun konnte, gelang Bollea in wenigen Minuten. Mein Leben besteht derzeit darin, meinen Sohn zehn Stunden am Tag leiden zu sehen…Während Nick weiterlebt, ist es noch unklar, ob mein Sohn jemals wieder zu sich kommt oder überlebt. Er wird für den Rest seines Lebens rund um die Uhr versorgt werden müssen.“

Daraufhin forderte Graziano den Richter dazu auf, Hogan ein hartes Strafmaß auszuhändigen.“Nick scheint zu glauben, mit allem davonzukommen. Dem müssen wir ein Ende bereiten. Nick ist ein Wiederholungstäter und jedes Mal, wenn er damit durchkommt, wird sein Verhalten noch waghalsiger. Jedes Mal, wenn er sich ans Steuer setzt, geht er ein noch größeres Risiko ein.“

Anschließend folgten die tränenreichen Aussagen weiterer Familienmitglieder, die den Verlust, den sie erleiden mussten, Hogans „unverantwortlichen Verhalten“ zuschrieben.

Dann kam Hulk Hogan, der mit bürgerlichem Namen Terry Bollea heißt, zu Wort:

“Auch unsere Familie ist durch diesen Vorfall am Boden zerstört und zerrüttet. Sie müssen verstehen, dass John für uns zur Familie gehörte und bei uns ständig ein und ausging. Ich habe seine Beziehung zu unserem Sohn und unserer Tochter Brooke täglich beobachten können. Er hat sogar seinen letzten Geburtstag mit uns gefeiert. Ich weiß, dass es Nick als Sohn eines Prominenten nicht leicht hat, besonders, was die Medien und den heutigen Prozess betrifft. Mein Sohn wurde von den Medien auf unfaire Weise angegriffen, nur wegen seiner Darstellung im Fernsehen“, fuhr er fort.

„Nicks Persönlichkeit entspricht nicht der, die er im Fernsehen darstellen musste. Die Leute denken, es handelte sich um das wahre Leben, doch die Show basierte auf einem Skript. Und was die Menschen im Fernsehen sehen ist nur eine Rolle. Seine TV-Rolle, die nichts mit dem echten Nick zu tun hat. Nick ist liebenswürdig, sanftmütig und mitleidsvoll, und hat nichts Böses in sich. Mein Sohn ist von den Folgen des Unfalls äußerst betroffen, und deshalb bitte ich Euer Ehren um ein faires Urteil“, beendete er sein Plädoyer.

Seine Schwester Brooke erzählte dem Richter unter Tränen, dass Nick und John sich so nahe stünden wie Brüder, und gestand, dass der Berühmtheitsgrad, den sie durch ihre Reality-Show erlangt hätten, dazu beigetragen hätte, die beiden Familien auseinander zu reißen und aus ihnen sogar „Feinde zu machen“.

 

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