Riesiges Staraufgebot bei Spendengala für Haiti
Die Stimmung war zwar gedämpft, aber die Leidenschaft, mit der die Crème de la Crème der Film- und Musikwelt diesen Abend beging, war immer unterschwellig und doch kraftvoll präsent.
Von George Clooneys Eröffnungsrede in Los Angeles, wo er in der letzten Woche die zweistündige Veranstaltung Hope for Haiti Now: A Global Benefit for Earthquake Relief auf die Beine stellte, über Anderson Coopers Berichte aus dem durch das Erdbeben erschütterte Land und Wyclef Jeans Abschiedsrede, in der er von Hoffnung für die Haitianer sprach, bis hin zu jeder einzelnen musikalischen Darbietung, gab es keinen Augenblick, wo man das Gefühl hatte, es wäre nicht aufrichtig und emotionsgeladen.
Ungläubig starrten wir jedoch auf die Leute, die in den ersten beiden Reihen an Telefonen saßen: Jenna Elfman, Tobey Maguire, Meg Ryan, Tim Robbins, Charlize Theron, Jason Bateman, Julia Roberts, Mel Gibson, Garcelle Beauvais-Nilon, Eric Dane, Kate Beckinsale, Steven Spielberg, Reese Witherspoon, Cindy Crawford, Ben Affleck, Sigourney Weaver, Noah Wyle, Ringo Starr, Jack Nicholson, Ellen DeGeneres, Drew Barrymore, John Krasinski, Robin Williams und viele mehr.
Sie saßen einfach nebeneinander und unterhielten sich lebhaft mit Spendern, die jeweils zwischen $5 und $1.000 für Haiti spendeten. (Tim Allen, Billy Crystal, Colin Farrell, Pierce Brosnan, Gerard Butler, Neil Patrick Harris, LL Cool J, Selena Gomez, die alle in der zweiten Reihe saßen, haben wir noch nicht mal erwähnt.)
Jeff Kravitz/MTV Hope for Haiti Now via Getty Images
Und wo es viel zu sehen gab, hat der fast beunruhigend ernste Jon Stewart die vielleicht besten Worte gefunden, als er sagte: "Das Volk von Haiti hört heute Abend zu (im Radio auf One Haiti). Was wird es hören?"
Einige Auftritte, die uns am heutigen Abend besonders begeisterten:
- Alicia Keys begann einfach und wunderschön mit "Send Me an Angel," wobei sie alleine sang und Klavier spielte.
- Coldplay sorgten durch ihren "A Message"-Jam aus London für gute Energie.
- Bruce Springsteen begann seine minimalistische Version von "We Shall Overcome" mit der Bitte um "ein kleines Gebet für Haiti".
- Dass Stevie Wonders Stimme vor Gefühl immer wieder zitterte, ließ einem schon die Tränen in die Augen steigen, aber als er von "Time to Love" zu "Bridge Over Troubled Waters" überging… Oh, Mann.
- Wir waren mehr als bereit, uns mit Shakira unserer dunkelsten Stunde zu stellen, als sie in New York die Bühne betrat und "I'll Stand by You" von den Pretenders coverte.
- Was an "Motherless Child" von John Legend ging uns nicht zu Herzen?Für Mary J. Blige ist es ja normal, dass sie vor Mitgefühl und Entschlossenheit nur so strotzt, und das war auch bei ihrer souligen Version von "Hard Times" wieder der Fall.
- Taylor Swifts Stimme klang bei "Breathless" lieblich und weich, unschuldig und hoffnungsvoll, während Christina Aguilera mit einer Stimme "Lift Me Up" schmetterte, die man von jemandem erwarten würde, der dreimal so alt ist wie sie.
- Sheryl Crows, Keith Urbans und Kid Rocks Akustikversion von "Lean on Me" war durch und durch denkwürdig, nicht nur wegen der Message des Songs, sondern auch wegen des harmonischen Zusammenspiels ihrer Stimmen.
- Madonna ist, unterstützt von einem kompletten Chor, wie gemacht für solche Anlässe, genau wie ihr aufbauender Hit "Like a Prayer" von 1989.
- Justin Timberlakes Coverversion von Leonard Cohens "Hallelujah," in dessen Text es um den Versuch geht, das Licht in kompletter Dunkelheit zu finden, hat uns alle zutiefst bewegt.
- Die frischgebackene Mutter Jennifer Hudson lieferte mit den Roots eine soulige Version von "Let it Be" ab.
- Bono, the Edge, Jay-Z und Rihanna haben mit "Stranded (Haiti Mon Amour)," das sie erst letzte Woche für ihren Liveauftritt in London geschrieben haben, einen neuen Rekord für Wohltätigkeitssingles aufgestellt.
- Wyclef beendete die Veranstaltung mit einem mitreißenden Medley aus "Rivers of Babylon" und Musik, die eigens für diesen Abend komponiert worden war.
Meinen wir das nur, oder haben manche der Künstler des heutigen Abends nie besser gesungen? (Die Auftritte sind ab heute Abend als Audioaufnahme und Video bei iTunes erhältlich, und der gesamte Erlös kommt Haiti zugute.)
Halle Berry, Leonardo DiCaprio, Robert Pattinson, Ben Stiller, Nicole Kidman, Bill Clinton, Samuel L. Jackson, Matt Damon, Clint Eastwood, Morgan Freeman, Chris Rock (er las einen Text, den Muhammad Ali, der neben dem Komiker saß, geschrieben hatte), Brad Pitt, Tom Hanks, Julia Roberts und Denzel Washington hielten kurze Ansprachen über Leben, die in den vergangenen zwei Wochen ausgelöscht oder gerettet wurden, aus L.A., NY und London.
Stiller sprach darüber, dass es ein Schultag war, als sich das Erdbeben am 12. Januar um 16:53 Uhr ereignete, weshalb "die Grundschulen alle voll waren." Damon und Eastwood erinnerten an die Mitglieder der UN-Friedensmission, die ihr Leben durch das Erdbeben verloren. DiCaprio sprach die primitiven Umstände an, mit denen die Ärzte konfrontiert waren (Wunden mussten mit Wodka gesäubert, Gliedmaßen mit Metallsägen amputiert werden, etc.).
Aber Kidman, Berry und Roberts erzählten von Kindern, die nach sechs Tagen, die sie unter Schutt und Geröll gefangen waren, gerettet werden konnten, von Familien, die sich wiederfanden, und andere Geschichten, die beweisen, dass bei all dem Unglück und Leid doch noch Wunder geschehen.
Hanks forderte die Zuschauer auf, sich auch lange nach der Veranstaltung weiter für die Menschen in Haiti zu "interessieren".
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Dutzende Stars verhalfen der Spendengala zu ihrem Erfolg. Einige von ihnen könnt ihr in unserer Fotogalerie "Haiti-Spendengala" sehen.

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