Cannes-Notizen: Fett, Sekt & lebende Legenden
Tony Barson/Getty Images
Auf den 62. Filmfestspielen von Cannes finden Filmvorstellungen zu Ehren von neuen Talenten und Vorstellungen zu Ehren von Hollywood-Größen statt und anschließend natürlich unzählige Partys.
Martin Scorseses Präsentation des Technicolor-Klassikers Die roten Schuhe hat zwar am Freitag die 22:30 Uhr Vorstellung von Lee Daniels' Drama Precious verzögert, das tat dem Enthusiasmus in dem vollgepackten Haus jedoch keinen Abbruch.
Regisseur Daniels und die Stars Paula Patton, Mariah Carey, Lenny Kravitz und Gabbie Sidibe, die die Hauptrolle eines 16-jähriges Mädchen, das mit Missbrauch zu kämpfen hat, spielte, stellten den Film vor. Daniels war zwar sichtlich erschöpft, es gelang ihm aber trotzdem, die Menschenmenge zu verzaubern: „Je suis fatigué [Ich bin sehr müde]. Ich habe zu viel Sekt getrunken, deshalb kann ich die Ansprache, die ich drei Wochen lang vorbereitet habe, nicht halten…“
Als Daniels die lange Reise des Films vom Papier auf die Leinwand beschrieb, konnte Carey dem nur zustimmen. Als Daniels sagte: „Ich würde sagen, dieser Film wurde mit Liebe, Kaugummi, Eis-Stielchen, allen, die sich auf dieser Bühne befinden und Anmut gemacht…“, fügte Carey hinzu: „Und Fett.“
Daniels lachte verwirrt: "Mariah, du bringst mich aus dem Konzept". Careys Witzelei konnte das Publikum (darunter auch Elizabeth Banks, die sich offenbar so viele Filme wie möglich anschaut), das Precious eine Standing Ovation schenkte, jedoch nicht ablenken.
Am Freitagnachmittag war der „American Pavilion" angesagt, wo auf zwei verschiedenen Events zwei verschiedene Filmgiganten geehrt wurden. Zunächst wurde der amerikanische Filmkritiker Roger Ebert von einer großen Menge an Gratulanten geehrt. Er kehrte nach mehreren Krebsoperationen zum ersten Mal wieder nach Cannes zurück.
Der "American Pavilion" benannte seinen Konferenz-Center zu Ehren von Ebert, und Scorsese lobte Eberts Bemühungen im Bezug auf das Promoten der besten Filme. Ebert sprach über seine Erinnerungen an das Fest: „Ich liebe dieses Festival. Ich habe sieben Jahre lang jeweils eine Woche hier verbracht. Es ist der beste Ort der Welt, um sich Filme anzuschauen.
Am Nachmittag nahm der Regisseur Francis Ford Coppola dann an einer Q&A teil. Coppola, dessen neuer Film Tetro in der "Director's Fortnight" spielt, blickte auf seine eigene Geschichte zurück: „Ich sage den jungen Menschen immer, für die Dinge, wegen denen ihr gefeuert werdet, geben sie euch (später) mal 'Lifetime Achievement Awards'."
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